Mittwoch, 22. Februar 2017

Der Bologna-Prozess und wichtige Begriffe

Der Bologna-Prozess, der mit der Bologna-Erklärung (1999) eingeleitet und alle drei Jahre auf Ministerkonferenzen bewertet wird, hat die Einführung eines besser vergleichbaren, kompatibleren und kohärenteren Systems für den Europäischen Hochschulraum zum Ziel.
RECHTSAKT
Die Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999 - Gemeinsame Erklärung der europäischen Bildungsminister (nicht im Amtsblatt veröffentlicht)


ZUSAMMENFASSUNG
Der Bologna-Prozess, der mit der Bologna-Erklärung (1999) eingeleitet und alle drei Jahre auf Ministerkonferenzen bewertet wird, hat die Einführung eines besser vergleichbaren, kompatibleren und kohärenteren Systems für den Europäischen Hochschulraum zum Ziel.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Mit diesem Prozess soll ein System von besser vergleichbaren Hochschulabschlüssen eingeführt werden, die leichter anerkannt werden können, die Mobilität von Studierenden, Lehrkräften und Wissenschaftlern fördern und eine hohe Bildungsqualität sicherstellen.
Zu den wesentlichen Schwerpunkten des Prozesses zählen lebenslanges Lernen, Beschäftigungsfähigkeit, Fördermittel, Studienabschlüsse, internationale Offenheit, Datenerhebung und Qualitätssicherung.
Ein vorrangiges Ziel während der ersten zehn Jahre des Prozesses war die Gründung des Europäischen Hochschulraums (EHR), der im Jahr 2010 mit der Erklärung von Budapest und Wien eröffnet wurde. Für das nächste Jahrzehnt steht die Konsolidierung des EHR im Mittelpunkt.
Der Prozess ist derzeit in 48 Ländern, die gemeinsam mit der Europäischen Kommission Mitglieder des Bologna-Prozesses sind, umgesetzt.
Der Prozess wird den nationalen Regierungen oder Universitäten nicht aufgezwungen. Tatsächlich ist er eine zwischenstaatliche, freiwillige Verpflichtung aller Unterzeichnerländer zur Reform ihrer Bildungssysteme.
Der Bologna-Prozess war ein beispielloser Erfolg einer regionalen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Hochschulbildung und ist in anderen Teilen der Welt auf großes Interesse gestoßen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Intensivierung des Dialogs mit Partnern in der ganzen Welt zur Förderung des Prozesses. Der Rat geht in seinen Schlussfolgerungen zur globalen Dimension des Europäischen Hochschulwesens aus dem Jahr 2014 auch auf diesen Punkt ein.
Die letzte Ministerkonferenz fand am 14. und 15. Mai in Eriwan, Armenien, statt. Die kommende Ministerkonferenz ist für 2018 in Frankreich geplant.
HINTERGRUND
Die Länder, die Vertragsparteien des Europäischen Kulturabkommens (1954) sind, können Mitglieder des Europäischen Hochschulraums werden, sofern sie ihre Absicht erklären, die Ziele des Bologna-Prozesses in ihrem eigenen Hochschulsystem umzusetzen. In ihrem Aufnahmeantrag müssen sie darlegen, wie sie die Grundsätze und Ziele verwirklichen wollen.
Der Bologna-Prozess steht im Zusammenhang mit den Zielen des Rahmens für die allgemeine und berufliche Bildung und der Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung der EU.
Weitere Informationen sind auf der EHR-Website verfügbar.
VERBUNDENE RECHTSAKTE
Der Europäische Hochschulraum im Jahr 2015: Bericht über die Umsetzung des Bologna-Prozesses
Schlussfolgerungen des Rates zur globalen Dimension der europäischen Hochschulbildung.

Der Bachelor ist der erste berufsqualifizierende Abschluss mit sechs bis acht Semestern Regelstudienzeit. Je nach Studiengang werden die akademischen Grade Bachelor of Arts (BA), Bachelor of Education (BEd) oder Bachelor of Science (BSc) verliehen. Danach kann das Studium direkt oder nach einer Berufstätigkeit fortgesetzt werden, um ein Aufbaustudium zu absolvieren.

Credits sind Leistungspunkte, die bei erfolgreicher Teilnahme an einem Modul vergeben werden (häufig werden auch die Begriffe und Abkürzungen credit points, ECTS-Punkte, CP oder ECTS credit points verwendet). 



Je höher der studentische Arbeitsaufwand (Workload), der mit dem Modul verbunden ist, desto mehr Credits werden vergeben. Es gilt: 1 Credit ≙ 30 h studentischer Arbeitsaufwand.

Die Fachschaft besteht aus studentischen Vertretern, die die Studierenden einer Fakultät gegenüber der Fakultäts- und Hochschulleitung vertritt. Gewählte Vertreter der einzelnen Fachschaften engagieren sich in Fakultäts- und Hochschulgremien z.B. zur Verwendung der Studienbeiträge oder Ernennung von Professorinnen und Professoren. Darüber hinaus organisieren die Fachschaften der Fakultäten Erstsemestereinführungen oder Semesterfeiern und sind wichtige Ansprechpartner bei allen Fragen und Problemen rund ums Studium.

Masterstudiengänge setzen einen ersten Studienabschluss wie Bachelor, Magister, Diplom oder Staatsexamen voraus und dauern im Vollzeitstudium ein bis zwei Jahre. Je nach Studiengang werden die akademischen Abschlussgrade Master of Science (MSc), Master of Arts (MA), Master of Education (MEd) verliehen.

Module sind die Bausteine der Bachelor- und Masterstudiengänge. Ein Modul besteht aus einer oder mehreren inhaltlich und zeitlich aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen. Dabei können sich Module aus unterschiedlichen Lehr- und Lernformen zusammensetzen (Vorlesung, Übung, Seminar, Projektseminar, Selbststudium, Projektarbeit, Hausaufgaben, Hausarbeit, E-Learning Einheit etc.). 


Module werden in der Regel mit einer Modulprüfung abgeschlossen, die meist am Ende des Semesters stattfindet. Wurde ein Modul erfolgreich abgeschlossen, werden dafür Credits vergeben.

Der Prüfungsausschuss ist ein Gremium, das für die Durchführung der Prüfungsverfahren verantwortlich ist. Er entscheidet über die Auslegung der Prüfungsordnung (FPSO) und kümmert sich um Fälle, die in den Ordnungen vielleicht nicht vorgesehen oder abgedeckt sind. Weitere Informationen zum Prüfungsausschuss finden Sie in § 29 der APSO.

Die Regelstudienzeit beschreibt die Zeitspanne, in der ein Studium studiert werden soll. Die Regelstudienzeit variiert je nach Studiengang und Studienabschluss.

Jeder Studiengang verfügt über eine Studienfachberatung, die Sie bei inhaltlichen und studienbegleitenden Fragen und Problemen zu Ihrem Studiengang und zu Berufsfeldern berät.

Wenn Sie einen Überblick über die Lehrveranstaltungen Ihres Studiengangs mit allen Gruppenterminen erhalten möchten, klicken Sie in TUMonline in Ihrer Visitenkarte auf den Punkt "Studienstatus" und in der folgenden Maske auf "Semesterplan", anschließend auf das Kalendersymbol.

Eine Bachelor’s bzw. Master’s Thesis ist die Abschlussarbeit des Bachelor- bzw. Masterstudiums. Die Thesis ist für alle Bachelor- und Masterstudiengänge verpflichtend. Mit der Thesis sollen die Studierenden am Ende ihres Studiums zeigen, dass sie in der Lage sind, ein Problem selbständig und strukturiert nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.

Die Bachelor’s Theis umfasst 6 bis 12 Credits (dies entspricht 180 bis 360 Stunden Arbeitsaufwand). Die Master’s Theis umfasst 30 Credits (dies entspricht 900 Stunden Arbeitsaufwand).

Der Workload oder studentische Arbeitsaufwand in Zeitstunden bildet die Grundlage für die Zuordnung von Credits zu Modulen. Es gilt: 1 Credit 30 h studentischer Arbeitsaufwand.

Bei der Ermittlung des studentischen Arbeitsaufwands ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Neben dem Besuch von Veranstaltungen (Präsenzzeit) müssen die Eigenstudiumszeiten berücksichtigt werden. Dazu zählen die Vor- und Nachbereitungszeiten, die Prüfungsvorbereitung sowie das Anfertigen von Referaten, Haus- und Projektarbeiten und eLearning Einheiten.

Die Angabe des studentischen Arbeitsaufwands in Credits soll die Arbeitsbelastung der Studierenden für alle Beteiligten transparent machen und gewährleisten, dass das Studium „studierbar“ ist und innerhalb der vorgegebenen Anzahl an Semestern studiert werden kann. So entspricht die angestrebte Anzahl von 30 Credits je Semester einer Gesamtarbeitszeit von 900 Stunden im Semester. Unter der Annahme von 46 Wochen Studienzeit, bei 6 Wochen Urlaub im Jahr, bedeutet dies eine durch-schnittliche Wochenarbeitszeit von ca. 39 Stunden.

Unter Qualifikation (Arbeitsqualifikationlateinisch qualis facere, „Beschaffenheit herstellen“) versteht man allgemein in der Wirtschaft und speziell im Personalwesen die sich aus FachkompetenzSozialkompetenz und Schlüsselqualifikation zusammensetzende Eignung einer Person für einen Beruf oder eine bestimmte Aufgabe.

Die Geschicklichkeit (veraltet auch Anstelligkeit) bedeutet, eine Sache präzise (genau, exakt), ohne großen Aufwand und eventuell zusätzlich auch schnell zu erledigen. Damit wird entweder das Ausmaß bezeichnet, in dem eine besondere und bewundernswerte Fähigkeit beherrscht wird, oder die Leichtigkeit, mit der neue Fertigkeiten erworben werden.

Eine Zeugnisbewertung ist ein offizielles Dokument der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), mit dem eine ausländische Hochschulqualifikation beschrieben und ihre beruflichen und akademischen Verwendungsmöglichkeiten bescheinigt werden.

Die Kategorien Austauschprogramm und Internationale Jugendarbeit überschneiden sich.
In dieser Kategorie sind alle Verweise auf Einträge zum Thema interkulturelle Austauschprogramme (Schüleraustausch, Studentenaustausch, Lehreraustausch, Erwachsenbildung)
Ein herausgehobenes gemeinsames Motiv für die am Bologna-Prozess beteiligten Staaten liegt in der Internationalisierung der europäischen Hochschulen, besonders zwecks Förderung der studentischen Mobilität. Mit dem Erasmus-Programm wurden dafür seit 1987 Voraussetzungen geschaffen, auf die sich aufbauen lässt: Teil-Stipendien für unterdessen über 200.000 Studierende, mit denen Studienaufenthalte von bis zu einem Jahr an Partnerhochschulen eines anderen europäischen Landes unterstützt werden. Die Partnerschaften der beteiligten Hochschulen schließen ein, dass die im Ausland erzielten Studienleistungen für die individuellen Studiengänge und -abschlüsse jeweils anerkannt werden.
Ein Stipendium ist eine finanzielle Unterstützung für KünstlerSportlerSchülerStudenten oder Jungwissenschaftler (die dann als Stipendiaten bezeichnet werden) und ist als solches ein wesentliches Element der Begabtenförderung. Des Weiteren vergeben auch Stiftungen Reisestipendien für ausgewählte Personen.

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